Basiswissen

Basiswissen

In diesem Abschnitt finden Sie Antwort auf diese beiden Fragen:

  • Wie ist ein Lebenslauf aufgebaut und strukturiert?
  • Welche Informationen und Inhalte sollten Sie unbedingt angeben?

Allgemeine Informationen

Der Lebenslauf von Studierenden bzw. Hochschulabsolvent*innen sollte eine Länge von 2 DIN A4 Seiten nicht überschreiten, um dem Leser/der Leserin der Bewerbung einen übersichtlichen Überblick über Ihre Person und Ihren Werdegang zu geben. (Vgl. https://www.absolventa.de/karriereguide/klassische-bewerbung/lebenslauf (abgerufen am 11.1.18)). Insbesondere HochschulabsolventInnen können in der Regel noch nicht viel berufliche Praxis vorweisen. Es bietet sich deshalb an, Informationen zum Studium, den Praktika und Weiterbildungen sowie dem Engagement hervorzuheben. Dazu eignen sich die Studienschwerpunkte, Wettbewerbe oder ähnliche Besonderheiten, mit denen Sie sich als AbsolventIn von Anderen abheben. Nutzen Sie, wenn möglich, praxisnahes Vokabular, um den Leserinnen und Lesern einen genauen Eindruck ihrer Tätigkeiten zu liefern. (Vgl. Püttjer, Christian; Schnierda, Uwe (2011): Perfekte Bewerbungsunterlagen für Hochschulabsolventen. Erfolgreich zum Traumjob – auch für Online-Bewerbungen. 8., aktualisierte Auflage. Frankfurt: Campus Verlag. S. 28)

Achten Sie darauf, welche Anforderungen an Ihren Lebenslauf gestellt werden. Verschiedene, kreative Formen einen Lebenslauf aufzubauen können Sie beispielsweise in: „Hesse/Schrader: Training Schriftliche Bewerbung“ nachlesen. Verwenden Sie solche Formen nur, wenn Sie sich der Aufbereitung sicher sind und diese zu der angestrebten Stelle passen. (Vgl. Hesse, Jürgen; Schrader, Hans Christian (2010): Training schriftliche Bewerbung. Anschreiben. Lebenslauf. E-Mail- und Online-Bewerbung. Hallbergmoos: Stark Verlag. S. 85 f.) Da diese Formen weniger geläufig sind, wird im Folgenden auf den Aufbau des tabellarischen Lebenslaufs eingegangen.

Um dem Leser/der Leserin das Lesen Ihres Lebenslaufs zu erleichtern, bietet es sich an, den Lebenslauf in Themenbereiche bzw. Kategorien zu untergliedern, die Sie nach der Relevanz für den Leser anordnen sollten. Hier gilt: das Relevanteste zuerst. Innerhalb der Kategorien eignet sich die amerikanische Strukturierung. Diese sieht es vor, die Stationen Ihres Lebenslaufs mit der jüngsten Position beginnend zu sortieren. So zeigen Sie nicht nur die relevanteste Kategorie zuerst, sondern stellen auch den aktuellsten Meilenstein in den Fokus (ebd.: S. 79).Der Leser kann so sofort die wichtigen Schritte nachvollziehen und Ihre aktuelle Position einordnen.

Darüber hinaus sollte Ihr Lebenslauf ein Foto von Ihnen beinhalten, es sei denn, Sie haben ein Deckblatt gestaltet, auf dem Sie Ihr Foto platziert haben. In jedem Fall sollte es sich um ein Foto von guter Qualität halten. Lassen Sie es unbedingt von einem professionellen Fotografen anfertigen. Wo Sie Ihr Foto auf dem Lebenslauf platzieren, steht Ihnen frei. Üblicherweise wird es rechts neben den persönlichen Daten angebracht. Heften oder klammern Sie das Foto nicht, sondern kleben Sie es fest. (Vgl. Hesse, Jürgen; Schrader, Hans Christian (2008), Die überzeugende schriftliche Bewerbung. Bewerbungsanschreiben und Lebenslauf erfolgreich formulieren und optimal gestalten. Frankfurt: Eichborn AG. S. 79.)

Der Lebenslauf sollte die folgenden Punkte enthalten:

1. Persönliche Daten:

  • Name
  • Adresse
  • Telefonnummer
  • Geschäftsfähige E-Mailadresse
  • Geburtstag und -ort
  • Nationalität (fakultativ)
  • Familienstand (fakultativ)
  • Religionszugehörigkeit (fakultativ; von besonderer Bedeutung bei Betrieben mit eindeutiger Ausrichtung)

Sie können alternativ zu einer solchen Liste ihre persönlichen Daten wie Name, vollständige Adresse, E-Mail-Adresse und ähnliches auch in die Kopfzeile des Dokuments einfügen. (Vgl. Püttjer, Christian; Schnierda, Uwe (2012): Das große Bewerbungshandbuch. 8., aktualisierte Auflage. Frankfurt: Campus Verlag. S. 140.)

2. Verschiedene Kategorien für den Lebenslauf:

Sie sollten Ihren Lebenslauf für den Leser/die Leserin in jedem Fall mit Hilfe von Kategorien logisch strukturieren. Entscheiden Sie selbst, welche Kategorien für Sie und Ihren Lebenslauf interessant sind. Deren Reihenfolge ist variabel und davon abhängig, welche Bereiche für Ihr Profil relevant sind. (Vgl. Hesse, Jürgen; Schrader, Hans Christian (2008): S. 58. ) Beispiele für die Kategorien finden Sie im Folgenden sowie in diesem Beispiellebenslauf.

  • Studium
Hier sollten Sie in der ersten Spalte den Zeitraum des Studiums (z.B. 10/2012– 3/2015) und in der zweiten Spalte Ihren Studiengang, die Universität sowie den Abschluss und die Note nennen. (Vgl. Püttjer, Christian; Schnierda, Uwe (2011): S .17.) Wenn Sie aktuell noch studieren, können Sie den Zeitraum beispielsweise mit „10/2014 – heute“ angeben. (Ebd. S. 23) Ebenfalls ist für den Leser/die Leserin von Interesse, welche Studienschwerpunkte Sie gesetzt und mit welchem Thema Sie sich in Ihrer Abschlussarbeit beschäftigt haben. Gehen Sie dabei jedoch sparsam mit der Benennung ihrer Professoren und Dozenten um. Eine solche Auflistung könnte den Eindruck erwecken, Sie verbergen Ihr eigenes Können hinter wissenschaftlichen Persönlichkeiten. (Vgl. S. 21.)

  • Schulbildung

In diesem Abschnitt können Sie mit Detailinformationen sparsam umgehen. Es sind folgende Angaben üblich: Zeitraum, Name der Schule, Schulart, Stadt sowie erworbener Abschluss und gegebenenfalls die Abschlussnote. Ihre Grundschule ist für Ihren potenziellen Arbeitgeber nicht relevant. Diese müssen Sie nicht zwingend angeben. (Vgl. Püttjer/Schnierda (2012): S. 143. )

  • Berufserfahrung

Unter dieser Rubrik nennen Sie alle bisherigen beruflichen Tätigkeiten, auch Nebenjobs und Hiwi-Tätigkeiten. Achten Sie darauf, die für die angestrebte Stelle wichtigsten Kompetenzen herauszuarbeiten, indem Sie Ihre Tätigkeiten genauer beschreiben. Nennen Sie also nicht nur Name des Unternehmens oder des Instituts und den Zeitraum, sondern auch die genaue Stellenbezeichnung und geben Sie eine kurze Beschreibung der eigenen Tätigkeit. Das gleiche gilt für Praktika. Sehen Sie von der Bezeichnung „Pflichtpraktikum“ ab, damit Sie nicht den Eindruck von fehlender Eigeninitiative erwecken. (Vgl. Püttjer/Schnierda (2012): S. 145)

  • Bundeswehr/ Zivildienst/ Freiwilliges Soziales Jahr

Diese Angaben können eine eigene Kategorie bilden, insofern Sie über solche Erfahrungen verfügen. Es steht Ihnen jedoch frei, diese Tätigkeiten der Kategorie der Berufserfahrung zuzuordnen, um Lücken direkt zu schließen. Nennen Sie in beiden Varianten auch den Zeitraum, den Namen der Institution und eine Beschreibung der eigenen Tätigkeit, wenn diese für Sie als Bewerber/Bewerberin relevant sind. (Vgl. Hesse/Schrader (2008): S. 59 -– 61)

  • Besonderere Kenntnisse / Fähigkeiten / Zusatzqualifikationen

Diese Kategorie gibt Ihnen die Möglichkeit, zusätzliche Fertigkeiten darzustellen, die sich nicht aus ihrem Werdegang ableiten lassen. Dazu können beispielsweise EDV-Kenntnisse, Ausbilderlizenzen oder der Führerschein zählen. Auch Sprachen können so aufgeführt werden oder eine eigene Kategorie darstellen. Das gleiche gilt für Stipendien, Auszeichnungen und Weiterbildungen. Geben Sie dabei ggf. den Zeitraum, die Institution und den Rahmen der Weiterbildung sowie deren Thema an, Entscheiden Sie, ob es für Ihr Bewerberprofil sinnvoll ist, eigene Kategorien zu einzelnen Bereichen anzuführen oder nicht. (Vgl. Hesse/Schrader (2008): S. 250)

  • Sprachen

Unabhängig davon, ob Sie eine eigene Kategorie erstellen oder nicht, sollten Sie alle Sprachen, die Sie können aufführen kategorisieren. Häufig werden hier „Grundkenntnisse“, „gut“, „sehr gut“, „verhandlungssicher“ oder auch „muttersprachlich“ als Abstufungen herangezogen.

Sie können jedoch auch Ihre Kompetenzstufe nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (von A1-C2) angeben. Stellen Sie transparent dar, welcher der aufgeführten Sprachen Sie welche Niveaustufe zuordnen. Dabei dürfen Sie mehrere Sprachen zusammenfassen: Englisch, Spanisch (verhandlungssicher), Russisch (gute Kenntnisse). (Vgl. Püttjer/Schnierda (2012): S. 144)

  • Engagement / Hobbies / Interessen

Diese Rubrik kann Ihnen helfen, ihr Profil abzurunden. An der Frage, ob Hobbies überhaupt im Lebenslauf angegeben werden sollen, scheiden sich die Geister. Als Faustregel kann angenommen werden: Führen Sie Ihre Hobbies nur dann auf, wenn sie etwas über Ihre Qualifikation aussagen. So zeigt zum Beispiel ein Teamsport als Hobby, dass Sie teamfähig sind. Achten Sie jedoch darauf, dass alle von Ihnen gemachten Angaben Ihre Persönlichkeit zugunsten der gestellten Anforderungen darstellen. (Vgl. Püttjer/Schnierda (2012): S: 144)

Da jeder Lebenslauf unterschiedlich ist, gibt es kein Patentrezept für die Kategorisierung. Machen Sie sich Notizen, welche Kategorien für Ihre Stelle relevant sind, welche Informationen von Ihnen unbedingt genannt werden sollten und entscheiden Sie anhand dieser Notizen, welche Kategorien Sie Ihren Lebenslauf aufführen. (Vgl. Hesse/Schrader (2010): S. 78)

Passen Sie Ihren Lebenslauf an jede einzelne Bewerbung an. Sehen Sie davon ab, lediglich neue Schritte ihres Werdegangs hinzuzufügen oder denselben Lebenslauf an verschiedene Unternehmen zu senden. Sie riskieren damit, dass Sie relevante Informationen unterschlagen und mit einem offenen BewerberInnenprofil keine aussagekräftigen Angaben zu ihren Qualifikationen machen. (Vgl. Püttjer/Schnierda (2012): S. 138)

Das Wichtigste ist jedoch, dass der Lebenslauf übersichtlich bleibt und eine logische Struktur aufweist. Versuchen Sie nicht, Ihr gesamtes Leben in diese Seiten zu packen, sondern wählen Sie gezielt aus, welche Informationen für den Leser/die Leserin von Interesse sind und Sie in einem guten Licht darstellen. (Vgl. Hesse/Schrader (2008): S. 246-248)

3. Lücken im Lebenslauf

Den Lebenslauf schreiben Sie übersichtlich, knapp und präzise. Was Sie im Schreiben nicht aufführen, wird der Empfänger auch nicht von Ihnen erfahren. Allerdings sollten Sie Lücken, also Zeiträume von mehr als zwei Monaten, für die Sie keine Tätigkeit anführen, im Lebenslauf vermeiden. Ein zeitlicher Ablauf sollte sich, möglichst auf der linken Seite des Lebenslaufs, ergeben. Beschreiben Sie eventuelle Fehlzeiten neutral, beispielsweise als berufliche Neuorientierung, und zählen Sie berufliche Praktika, den Erwerb von Zusatzqualifikationen oder einen Auslandsaufenthalt auf. Wichtig dabei ist, dass Sie nur angeben, was Sie auch belegen können. (Vgl. Püttjer/Schnierda (2012))

4. Ort, Datum und Unterschrift

Am Ende Ihres Lebenslaufs fügen Sie Ort und Datum ein, achten Sie dabei auf Übereinstimmung mit Ort und Datum auf dem Anschreiben. Zum Schluss unterschreiben Sie Ihren Lebenslauf mit der Hand. Es wird empfohlen, mit einem hochwertigen Stift und in einer neutralen Farbe zu unterschreiben. Achten Sie auch darauf, dass Sie Ihre Unterschrift in einer angemessen Größe und so leserlich wie möglich halten. (Vgl. Hesse/Schrader(2008): S. 62) Wenn Sie sich online, z. B. per E-Mail, bewerben, müssen Sie Ihre Unterschrift elektronisch einfügen. Hier ist es besser, auf einem weißen Blatt zu unterschrieben, dieses einzuscannen und nur die Unterschrift in Ihren Lebenslauf einzufügen.