Basiswissen

Basiswissen

In diesem Abschnitt des Moduls werden folgende Fragen beantwortet:

  • Wozu dient ein Exposé?
  • Wie sollte ein Exposé formal und inhaltlich aufgebaut sein?
  • Wie kann ein Exposé in eine Einleitung überführt werden?
  • Besonderheiten

Wozu dient ein Exposé?

Ein Exposé schreibt man, um die/den Betreuer/in von seinem Arbeitsvorhaben zu überzeugen oder auch, um sich bei Stiftungen (o.ä.) um ein Stipendium zu bewerben (vgl. Frank/Haacke/Lahm 2013, S. 145). Durch das Exposé bekommt die/der Betreuer/in der wissenschaftlichen Arbeit einen Einblick in Ihr geplantes Vorgehen und diese/r kann so abschätzen, ob das Vorhaben sinnvoll und realisierbar ist. Auch kann er/sie die inhaltliche Relevanz Ihres geplanten Schreibprojekts besser einschätzen. Es stellt ein Kommunikationsmedium zwischen Ihnen und Ihrem/r Betreuer/in dar, durch welches Sie Ihr geplantes Vorgehen absichern können, sodass Sie das Exposé später als Orientierungshilfe für die einzelnen Arbeitsschritte Ihres Schreibprojekts nutzen können.

Aber auch, wenn der/die Betreuer/in kein Exposé verlangt, ist es sinnvoll für sich selbst eines zu verfassen, da es Ihnen hilft, wichtige Fragen zu klären. Denn oftmals bringt erst die Anforderung, die eigenen Gedanken schriftlich zu formulieren, die notwendige Ordnung der Ideen und eine klare Struktur hervor und bietet damit einen guten Einstieg in den Arbeitsprozess.

Zudem dient das Exposé als Anleitung für die Arbeitsschritte, die in den verschiedenen Phasen des Schreibprozesses auf Sie zukommen. Es stellt den „Bauplan“ für die Strukturierung Ihres Textes dar und der darin enthaltene Zeitplan dient auch als Kontrollinstrument Ihrer Fortschritte. Das Exposé dient also dazu, einen roten Faden für die Arbeit zu finden.

Eine weitere Funktion des Exposés besteht darin, dass die meisten Inhalte später für die Einleitung der Arbeit verwendet werden können. Das Exposé sollte also nicht als lästige oder zusätzliche Arbeit betrachtet werden, vielmehr hilft es Ihnen, ihr Schreibprojekt systematisch zu beginnen. Zusammenfassend können also vier wesentliche Funktionen eines Exposés festgehalten werden:

  • Klärungsprozess voran bringen
  • Kommunikationsmedium (Betreuer/in Schreiber/in)
  • Orientierungshilfe für Schreibende (Kontrollinstrument)
  • Herausstellung der Kompetenz der Schreiberin bzw. des Schreibers

Wie sollte ein Exposé formal und inhaltlich aufgebaut sein?

a) Formale Aspekte eines Exposees

Wie bereits erwähnt, ist es besonders wichtig, dass Sie sowohl bezüglich der formalen als auch der inhaltlichen Aspekte Ihres Exposés unbedingt Absprache mit Ihrer/m Betreuer/in halten sollten, da die Vorgaben für ein Exposé sehr unterschiedlich sein können. Im Folgenden werden einige Formalitäten aufgezeigt, die Sie konkret in einer Vorbesprechung mit Ihrem/r Betreuer/in klären können.

Wie lang soll das Exposé sein?

Generell gilt, dass nicht der Umfang des Exposés entscheidend ist, sondern dessen Qualität. In der Regel kann man von einem Mittelmaß zwischen drei und sechs Seiten bei einem Exposé für eine Abschlussarbeit ausgehen. Die Ausführungen zu den inhaltlichen Aspekten können sich je nach Fachbereich und Thematik unterscheiden, weshalb der Umfang eines Exposés nicht genau festgeschrieben werden kann.

Das Deckblatt

Exposés sollten über ein Deckblatt (oder einen Kopfteil) verfügen, in dem Sie vermerken in welchem Zusammenhang das Exposé entstanden ist (Name der Universität, Semester, angestrebter Abschluss, Name des/der Dozenten/in) und wer der Autor/die Autorin der Arbeit ist (Name, Studiengang, Semesterzahl, Matrikelnummer, Kontaktdaten).

Tipp: Gestalten Sie das Deckblatt so, wie Sie auch das der abzugebenden Arbeit gestalten würden! Sie können sich auf diese Weise bereits Feedback dazu von Ihrer/m Betreuer/in einholen.

Wie viel Zeit benötige ich, um ein Exposé zu schreiben?

Sie sollten im Schnitt ein paar Tage Zeit investieren, um ein qualitativ hochwertiges Exposé zu verfassen. Verabreden Sie ein Abgabedatum, wann Sie Ihrer/m Betreuer/in das Exposé senden wollen, damit Sie nicht zu viel Zeit verstreichen lassen und Sie insgesamt im Zeitrahmen für das gesamte Schreibprojekt bleiben.

b) Inhalte eines Exposees

In Bezug auf die inhaltlichen Aspekte Ihres Exposés sollten Sie Absprache mit Ihrer/m Betreuer/in halten, da sich ein Exposé mehr als andere Textsorten direkt an einen konkreten Adressaten richtet – Ihre/n Betreuer/in. Nutzen Sie das Exposé um sich für ein Stipendium zu bewerben, sollten Sie unbedingt über Vorgaben/Anforderungen der/des potentiellen Förderin/Förderers informieren, z.B. auf der entsprechenden Webseite.

Worauf kommt es an?

Allgemein ist es wichtig, dass Sie deutlich erklären, was Sie in Ihrem Schreibprojekt vorhaben und wie Sie es realisieren werden. Sie zeigen in Ihrem Exposé weiterhin, inwiefern das geplante Arbeitsprojekt interessant und sinnvoll ist. Außerdem überzeugen Sie, dass es im Rahmen der vorgegebenen Zeit realisiert werden kann (vgl. Frank/Haacke/Lahm 2013, S. 145). Auf folgende Fragen sollten Sie also in Ihrem Exposé eingehen und diese kurz und präzise klären:

Was ist Thema Ihrer Arbeit? (Achten Sie darauf, dass das Thema ausreichend eingegrenzt ist!)

Wie sieht der Forschungsstand zu diesem Thema aus?

Was ist die konkrete Fragestellung/Arbeitshypothese?

Warum ist dieses Thema und die konkrete Fragestellung bzw. These wichtig und spannend? (Forschungsdefizite aufzeigen!)

Was ist der Untersuchungsgegenstand oder das zu lösende Problem?

Was ist das Ziel der Arbeit?

Vorhaben realisieren: Was sind Ihre Quellen, Methoden und ggf. Hilfsmittel?

Was sind Ihre Arbeitsschritte?

(vgl. Frank/Haacke/Lahm 2013, S. 148 und Theuerkauf 2012, S. 36)

Sie können in Ihrem Exposé auch deutlich machen, was Sie aus welchem Grund nicht behandeln können oder wollen. Machen Sie sich klar, ob sich die Fragestellung mit der angegebenen Literatur und auf der Grundlage des genannten Materials bearbeiten lässt. Desweiteren kann Ihr Exposé einen Arbeits-/Zeitplan enthalten.

Sie sollten ein Literaturverzeichnis anfügen, auf das Sie sich in Ihrem Exposé bereits beziehen. Beachten Sie dabei eine korrekte und einheitliche Zitierweise.

Wie kann ein Exposé in eine Einleitung überführt werden?

Mit wenigen Ausnahmen, wie z.B. dem Zeitplan und den Arbeitsschritten, überschneiden sich die Inhalte des Exposés mit denen der Einleitung Ihrer Arbeit. Auch in einer Einleitung werden die oben genannten Fragen geklärt, sodass der/die Leser/in weiß, was auf ihn/sie zukommt. Im Modul „Einleitungen schreiben“ können Sie mehr über das Verfassen einer Einleitung erfahren.

Besonderheiten

Das Exposé, als Kommunikationsmedium zwischen Ihnen und Ihrer/m Betreuer/in, darf Fragen und Unsicherheiten enthalten, denn es dient dazu abzusprechen, wie man sein Schreibprojekt erfolgreich bewältigen kann.

Es ist wichtig zu wissen, dass ein Exposé kein endgültiger Plan ist. Es wird sich im Laufe Ihres Arbeitsprozesses stets verändern. Vor allem der Zeitplan und die Gliederung der Arbeit werden sich ändern, das liegt in der Natur des wissenschaftlichen Schreibens (vgl. Bünting 2006, S. 41).