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Basiswissen

In diesem Abschnitt werden die grundlegenden Informationen über eine Literaturarbeit am Fachbereich 01 Rechts- und Wirtschaftswissenschaften behandelt. Sie erfahren sowohl den Hintergrund als auch die allgemeine Struktur einer Literaturarbeit. Beachten Sie bitte, dass die Anforderungen je nach Institut oder Arbeitsgruppe unterschiedlich sein können. Besprechen Sie also in jedem Fall alle formalen Einzelheiten auch mit dem/der Betreuer/in Ihrer Arbeit.

Hintergrund einer Literaturarbeit

Im Bachelorstudium für Wirtschaftsingenieurwesen gibt es sowohl bei der Seminararbeit als auch bei der Bachelorthesis die Möglichkeit, eine praktisch orientierte Arbeit oder eine theoretisch orientierte Arbeit zu schreiben. Während praktische Arbeiten einen Einblick in die Vorgehensweisen bei der Forschung ermöglichen, setzt eine theoretisch orientierte Arbeit den Fokus auf Einblicke in die Grundlagenforschung sowie die Entstehung neuer Ansätze. Bei einer theoretischen Literaturarbeit wird auf Artikel aus Fachzeitschriften, Sachbücher und andere wissenschaftliche Quellen zurückgegriffen, um eine wissenschaftliche Fragestellung zu diskutieren und beispielsweise verschiedene Modelle miteinander zu verknüpfen.

Aufbau einer wirtschaftswissenschaftlichen Literaturarbeit

Der Aufbau einer Literaturarbeit entspricht dem einer wirtschaftswissenschaftlichen Arbeit. Er untergliedert sich in Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Verzeichnisse, den Textteil, ein Literaturverzeichnis, Anhang und eine abschließende Versicherung des eigenständigen Arbeitens. Meist wird außerdem eine Zusammenfassung (Abstract) der Arbeit erwartet, die noch vor dem Inhaltsverzeichnis stehen kann.

Diese Reihenfolge ist zwar üblich für eine wirtschaftswissenschaftliche Arbeit, im Zweifel gilt jedoch: Fragen Sie Ihre/n Betreuer/-in! Einige Fachgebiete bieten zudem einen Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten an, bei dem die erwartete Reihenfolge vorgestellt wird. Im Folgenden werden die festen Bestandteile genauer erklärt (vgl. Limburg/Otten, 2011, S. 11-18; vgl. Kock, 2015, S. 9-11):

Deckblatt

Mit dem Deckblatt informieren Sie die Lesenden bereits über die wesentlichen Aspekte der Arbeit. Der Titel und die Art der Arbeit können hierbei als Informationen über die Arbeit bezeichnet werden. Kontextinformationen werden mittels Abgabetermin, Semester und Seminartitel, sowie Angaben zu Dozent und Lehrstuhl gegeben. Zuletzt enthält das Deckblatt auch persönliche Informationen zum Autor, wie beispielsweise Ihren Namen, Matrikelnummer, Kontakt und Studiengang. Das Deckblatt sollte diese Informationen möglichst übersichtlich präsentieren. Die Meinungen zum Layout gehen oftmals weit auseinander. Nutzen Sie daher wenn möglich eine Vorlage des Fachgebiets, an dem Sie die Arbeit schreiben oder das Corporate Design der TU Darmstadt.

Zusammenfassung (Abstract)

Die Zusammenfassung, die auch oft Abstract genannt wird, gibt Lesenden Informationen darüber, ob die Inhalte des Textes für ihre eigene Arbeit relevant sind. Dazu müssen in ungefähr 2-3% des Arbeitsumfangs – typisch ist auch die Vorgabe „auf einer 3/4 bis maximal einer Seite“ – die Zielsetzung, die Methodik sowie ein Überblick über die Ergebnisse dargestellt werden (Kock, 2016, S. 10). Je nach Forschungsgebiet ist eine Zusammenfassung in Englisch sinnvoll, zum Teil sogar vorgeschrieben. Erkundigen Sie sich in jedem Fall bei Ihrem Betreuer oder Ihrer Betreuerin nach den Vorschriften des Instituts.

Inhaltsverzeichnis

Das Inhaltsverzeichnis bietet Lesenden auf den ersten Blick die wichtigsten Informationen zu Strukturierung und Inhalt Ihrer Arbeit. Bei der Gestaltung des Inhaltsverzeichnisses sollten Sie auf die folgenden Dinge achten (vgl. Kremer, 2006, S. 163f.):

  • Alle Angaben im Inhaltsverzeichnis müssen mit denen im Fließtext wörtlich und in der Positionierung exakt übereinstimmen.
  • Hinter den einzelnen Kapitel- oder Abschnittüberschriften stehen keine Satzzeichen.
  • Alle Kapitel- oder Abschnittüberschriften erhalten zur Nachvollziehbarkeit und zum schnellen Wiederfinden genaue Seitenangaben, auch wenn im Hauptteil der Arbeit mehrere kleine Unterpunkte auf einer Textseite abgehandelt werden.
  • Die Seitenangaben, stehen rechtsbündig hinter den Kapitelangaben. Beachten Sie, die Seitenangaben nach dem Verfassen der Arbeit nochmals zu überprüfen.
  • Das Inhaltsverzeichnis enthält nur Einträge von Abschnitten nach dem Inhaltsverzeichnis. Deckblatt, Abstract und das Inhaltsverzeichnis selbst werden also nicht aufgeführt.

Wie ein Inhaltsverzeichnis aussehen könnte, sehen Sie im Abschnitt Beispiele.

Abbildungs-, Tabellen-, Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Besonders bei umfangreichen Arbeiten empfiehlt es sich, die verwendeten Abkürzungen, Abbildungen und Tabellen der Arbeit in gesonderten Verzeichnissen voranzustellen. Üblicherweise beginnt hier die Seitenzählung mit römischen Ziffern, um diesen Teil vom Textteil abzuheben. Tabellen und Abbildungen werden durchnummeriert und mit der entsprechenden Seitenzahl aufgelistet. Abkürzungen werden in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Auch in der Wirtschaft gebräuchliche Abkürzungen und Akronyme (Abkürzungen, die durch die Anfangsbuchstaben von Wortgruppen gebildet werden) können hier sicherheitshalber erläutert werden. Beachten Sie hierzu auch den Abschnitt Sprache und Stil.

Textteil

Mit dem Textteil beginnt der eigentliche Teil der Arbeit. Daher werden ab hier auch üblicherweise arabische Ziffern, die von 1 ab gezählt werden, als Seitenzahlen genutzt. Grundsätzlich setzt sich jede wissenschaftliche Arbeit aus Einleitung, Hauptteil und Schluss zusammen. Diese besprechen wir im Folgenden ausführlich.

Einleitung

Die Funktion der Einleitung ist es, die Lesenden zu informieren, was sie in der Arbeit erwartet, und die Aufmerksamkeit auf die Kernaspekte zu lenken. Hierzu wird zunächst die Problemstellung dargelegt und die Relevanz des Themas erörtert. Daraufhin werden die Fragestellung und die damit verbundenen Ziele der Arbeiten vorgestellt. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Einleitung ist der Überblick über den Aufbau der Arbeit, der auch zusätzlich mit einem Schaubild verdeutlicht werden kann. Im Modul Einleitung finden Sie wichtige Informationen und Tipps zum Verfassen von Einleitungen für wissenschaftliche Arbeiten.

Hauptteil

In den Wirtschaftswissenschaften ist es üblich, dass der Hauptteil mit einem Überblick über den theoretischen Hintergrund beginnt. Hierbei wird zunächst mit der Definition der wichtigsten Begrifflichkeiten begonnen und der aktuelle Stand der Forschung dargelegt.

Auf den theoretischen Hintergrund folgt die Eigenleistung der Arbeit. Hierbei sollen die im Vorfeld definierten Ansätze und Methoden angewandt werden, die notwendig sind, um die Fragestellung zu beantworten. Die Resultate werden dann diskutiert, um anschließend Limitationen sowie Handlungsimplikationen darstellen zu können.

Wichtig ist, dass bei einer Literaturarbeit besonders auf die lückenlose Argumentations- und Belegkette geachtet wird. Da das wichtigste Werkzeug für diese Arbeit die Fachliteratur ist, müssen Quellenangaben so genau wie möglich sein. Nur dann kann die inhaltliche Qualität gewährleistet werden. Es sei angemerkt, dass Fachliteratur in jeder Arbeit ein sehr wichtiger Bestandteil ist, bei Literaturarbeiten erhält sie jedoch einen besonderen Stellenwert, da die Arbeit nicht auf zusätzlichen Auswertungen oder ähnlichem beruht.

Schluss

Der Schluss wird in der Literatur auch häufig Fazit oder Zusammenfassung und Ausblick genannt. Grundsätzlich ist unter den verschiedenen Begrifflichkeiten für eine Literaturarbeit in den Wirtschaftswissenschaften jedoch dasselbe zu verstehen. Der Schluss ist das letzte Kapitel der Arbeit und greift die Fragestellung noch einmal exemplarisch auf, um die erarbeiteten Vorschläge darzustellen und zu diskutieren. Damit können weitere notwendige Vorgehensweisen für die Forschung oder die Wirtschaft gegeben werden.

Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis ist ein entscheidender Bestandteil der wissenschaftlichen Arbeit. Alle in der Arbeit genutzten literarischen Materialien werden hier zusammengestellt. Bedenken Sie, dass Literatur, die zwar zur Vorbereitung für die Arbeit gelesen, jedoch nicht zitiert wurde, nicht in das Literaturverzeichnis eingetragen wird!

Der Aufbau des Literaturverzeichnisses kann sehr unterschiedlich sein, da die Prüfenden oftmals genaue Vorstellungen haben. Achten Sie deshalb auf die Angaben des Fachgebiets.

Eine häufige Vorgabe in den Wirtschaftswissenschaften ist die alphabetische und chronologische Sortierung nach Autoren. Hierbei werden die Autoren zunächst nach den Nachnamen alphabetisch sortiert und dann einzelne Artikel chronologisch aufgelistet. Verwendet man mehrere Artikel desselben Autors aus einem Jahr, „werden hinter der Jahreszahl Kleinbuchstaben beginnend mit ‚a‘ eingeführt (z.B.: 1980a, 1980b)“ (Kock, 2016, S. 19).

Es bestehen die Möglichkeiten, die Seitennummerierung mit arabischen Ziffern fortzuführen, zurück zur vorherigen römischen Bezifferung zu wechseln oder eine neue Bezifferung zu starten. Auch hierzu sollten Sie sich bei Ihrer/m Betreuer/in informieren.

Anhang

Im Anhang finden sich alle Informationen, die den Lesefluss stören, wenn sie im Textteil platziert werden. Das können Tabellen oder Abbildungen sein, aber auch Zusatzinformationen, wie beispielsweise Transkripte, die für den Leser nicht unabdingbar, jedoch interessant sind. Die Argumente des Textteiles müssen auch ohne den Anhang verständlich und vollständig sein.

Die einzelnen Anhänge werden nummeriert, außerdem kann ein Anhangverzeichnis erwartet werden, das entweder nach dem Abbildungsverzeichnis oder direkt hinter das Literaturverzeichnis einsortiert wird.

Eidesstattliche Erklärung

Die Eidesstattliche Erklärung dient der Absicherung Ihrerseits, dass Sie die Arbeit selbstständig und ohne unerlaubte Hilfe angefertigt haben. Mit ihr bestätigen Sie, alle Quellen ordnungsgemäß angegeben zu haben und sich damit an die Vorgaben des wissenschaftlichen Arbeitens zu halten. Sie wird unterschrieben an die Arbeit angehängt, manchmal kann ein Betreuer allerdings auch verlangen, dass Sie noch vor den Textteil kommt. Achten Sie also auch hier auf die Vorgaben des Fachgebiets. Wichtig ist, dass die eidesstattliche Erklärung auf keinem Fall fehlen darf. Im Abschnitt Beispiele finden Sie eine Eidesstattliche Erklärung, die Sie für Ihre Arbeit nutzen können.