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Sprache und Stil

In diesem Abschnitt erfahren Sie, welche Fehler besonders häufig in wissenschaftlichen Texten in Bezugauf Sprache und Stil vorkommen.

Oftmals werden sich Ihr Schreibstil und auch Ihre Sprache an Ihre Quellen anpassen. Entwickeln Sie jedoch trotzdem Ihren eigenen Schreibstil. „Wichtig ist […], dass man sich klar und unmissverständlich ausdrückt“ (Kremer, 2006, S. 52).

Worthülsen

Grundsätzlich gilt für eine wissenschaftliche Arbeit, diese so kurz wie möglich und so lang wie nötig zu fassen. Vermeiden Sie daher Worthülsen wie „nun“ oder „jetzt“. Sie stellen eher sprachliche Unbeholfenheit dar und lassen Aussagen weniger präzise erscheinen. Dasselbe gilt für umständliche Umschreibungen, wenn diese vermieden werden können. Zum Beispiel ist „später“ kürzer und klarer als „zu einem späteren Zeitpunkt“ (vgl. Rossig/Prätsch, 2005, S. 143). Auch Phrasen wie „einzig richtiges Modell“, „unglaublich falscher Ansatz“ oder „optimalste Alternative“ zeugen nicht von Wissenschaftlichkeit, sondern wirken schnell unprofessionell und sollten daher vermieden werden (vgl. Kock, 2016, S. 13).

Unscharfe Angaben

In einem wissenschaftlichen Text sehr problematisch sind Ausdrücke wie relativ, etwas, mittel, klein. „Der gemessene Wert ist relativ hoch“ sagt nichts Konkretes aus (Rossig/Prätsch, 2005, S. 144). Bewertende Mengenangaben können also nur im Zusammenhang mit einer Referenzangabe oder einem Maßstab verwendet werden .

Fremdwörter und Fachausdrücke

Fachausdrücke sind unumgänglich für eine präzise Kommunikation in der Wissenschaft. Dennoch sollte der Umgang mit Fachwörtern bedacht werden. Achten Sie darauf, wer Ihren Text lesen wird. Im Falle einer Abschlussarbeit ist davon auszugehen, dass diese in erster Linie von Ihrem/r Professor/in gelesen wird und diese/r mit den Fachbegriffen vertraut ist. Dennoch sollten Sie nicht darauf verzichten, die wichtigsten Begriffe so darzustellen, dass auch ein Außenstehender nachvollziehen kann, was der Fachbegriff bedeutet. Dies lässt sich beispielsweise mit einer kurzen Erläuterung, mit der Angabe des deutschen Begriffs in Klammern oder auch mit Skizzen und Schaubildern erreichen. Hierzu sollten Sie auch den Definitionsteil in Ihrer Ausarbeitung nutzen. Bedenken Sie, dass Ihr Text grundsätzlich von Personen Ihres Bildungsstandes verstanden werden soll. Andere Studierende der Wirtschaftswissenschaften sollen also den Text durch Ihr Hintergrundwissen und die von Ihnen gegebenen Definitionen lesen und verstehen können.

Anglizismen

Immer häufiger finden englischsprachige Wörter auch Einzug in den deutschen Sprachgebrauch. Wörter, wie Laptop oder E-Mail müssen niemandem mehr übersetzt werden. Auch wichtige Fachbegriffe der Wirtschaftswissenschaften sind durch das Englische geprägt, weshalb die Nutzung von Begriffen wie Open Innovation und Crowdsourcing durchaus sinnvoll sein kann. Überlegen Sie sich jedoch, ob Sie Begriffe wie Innovationmanagement oder Customer im Englischen belassen oder übersetzen. Richten Sie sich wenn möglich nach anerkannten deutschsprachigen Artikeln oder sprechen Sie sich mit Ihrem/r Betreuer/in ab.

Abkürzungen

In den Wirtschaftswissenschaften ist der Gebrauch von Abkürzungen üblich; sie sollten allerdings in wissenschaftlichen Arbeiten sparsam verwendet werden. Bruttoinlandsprodukt als BIP abzukürzen ist hierbei allgemein bekannt. Denken Sie jedoch daran, dass Abkürzungen von Unternehmensnamen oder Begrifflichkeiten, die speziell für Ihre Arbeit wichtig sind, zunächst erklärt werden und vor allem in Ihrem Abkürzungsverzeichnis vorkommen müssen (vgl. Kock, 2016, S. 18f.). Üblich ist es, dass der Begriff wenigstens einmal ausgeschrieben wird und die Abkürzung in Klammern folgt (z.B.: Institute for the Future (IFTF)).