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Schritt für Schritt

In diesem Abschnitt finden Sie einen „Fahrplan“, der die wichtigsten Stationen der Schulpraktischen Studien auflistet und näher erläutert. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Tipps und Hinweisen zur Erstellung des Portfolios. Bitte beachten Sie dabei, dass es sich hierbei lediglich um Vorschläge handelt, die Sie nicht vollständig in dieser Form übernehmen müssen. Tatsächlich ist es an manchen Stellen nicht sinnvoll, sich exakt an diesen Plan zu halten.

Dennoch kann die Veranstaltung in verschiedene Phasen eingeteilt werden, zu denen jeweils auch unterschiedliche Aufgaben gehören:

1. Vorbereitungsseminar (Semester vor der Durchführung)

2. unmittelbare Vorbereitung auf das Praktikum (1 bis 2 Wochen vor der Durchführung)

3. Durchführung des Praktikums:

a) Eingewöhnungsphase (Kennenlernen der Schule, Finden von Betreuern, Einfinden in die Hospitationssituation)
b) Vertiefung der Tätigkeiten (Unterrichtsentwürfe und -durchführungen, Ausrichtung der Hospitationen auf bestimmte Beobachtungsschwerpunkte)

4. nachträgliche Reflexion des Praktikums (am besten unmittelbar nach der Durchführung)

5. Nachbereitungsseminar (Semester nach der Durchführung)

6. Reflexion der Gesamtveranstaltung (etwa 1 Woche vor „Abgabetermin“)

Phase 1: Vorbereitungsseminar

Die ersten Schritte: Einarbeiten in die Portfolio-Arbeit

Zu allererst werden Sie von Ihrem Seminarleiter bzw. Ihrer Seminarleiterin an das Portfolio herangeführt. Dies betrifft insbesondere zwei Aspekte: die Aufgabenstellungen und die Tools zur Erstellung des E-Portfolios.

Zum einen erfahren Sie, welche Pflichtaufgaben und welche Wahlpflichtaufgaben im Portfolio bearbeitet werden müssen bzw. können. Bei den Wahlpflichtaufgaben ist es hilfreich, sich Gedanken zu machen, welche Sie davon bearbeiten wollen.Oft reicht es jedoch aus, sich erst im Verlauf des Seminars zu entscheiden. Auch die sinnvolle Auswahl der Wahlpflichtaufgaben hilft dabei, den Reflexionsprozess zu unterstützen.

Zum anderen werden Sie in der Regel in einer Sitzung an die Plattform herangeführt, mit deren Hilfe Sie das E-Portfolio erstellen sollen. Hier bietet es sich an, sich über die Einführung im Seminar hinaus selbstständig mit dem Programm zu beschäftigen. Falls Sie nicht möchten, dass Ihr Dozent bzw. Ihre Dozentin diese ersten Versuche mitbekommt: Die allermeisten Portfolio-Plattformen lassen Ihnen die Kontrolle darüber, wer zu welchem Zeitpunkt auf Ihr Portfolio zugreifen kann.

Typische Portfolio-Aufgaben im Vorbereitungsseminar

Einige der Aufgaben, die Ihnen im Seminar gegeben werden, gehören bereits zum Vorbereitungsseminar und sollen idealerweise parallel zu diesem bearbeitet werden. Dazu gehören häufig:

  • die Beschreibung der eigenen Erwartungen an die Veranstaltung, insbesondere die Durchführung
  • die Einordnung und Reflexion des eigenen Bildes einer guten Lehrkraft;
  • evtl. Erläuterung des Bewerbungsprozesses bei verschiedenen Schulen
  • die Analyse vorgegebener Fälle als Hinführung zur Fallanalyse in den Unterrichtsbeobachtungen

Viele dieser Texte sollen hier in Phase 1 geschrieben und dann später, in weiteren Phasen, bearbeitet bzw. ergänzt werden. Sorgen Sie also dafür, dass Sie Texte und eventuelle Schaubilder, die Sie während des Vorbereitungsseminars erstellen, in veränderbarer Form abgespeichert haben.

Das Portfolio im Wandel

Darüber hinaus eignet sich diese Phase sehr dafür, zu entdecken, wie man das Portfolio für sich selbst am besten nutzen kann. Möchte man Bilder in das Portfolio stellen? Welches Layout soll das Portfolio haben? Wie soll es gegliedert sein? Wie verknüpft man die einzelnen Ansichten, Inhalte und Texte miteinander? Auch hier wird sich erst im Laufe der Zeit eine endgültige Form zeigen – das ist jedoch so gewünscht. Die Form passt sich idealerweise immer wieder an Ihren Reflexionsstand an.

Phase 2: unmittelbare Vorbereitung auf das Praktikum

Egal, ob Sie ein wenig aufgeregt sind, sich auf das Praktikum freuen, irritiert sind, weil es nun endlich losgeht, versuchen Sie, das alles ohne größere Erwartungen oder Anspannung zu sehen. Die Zeit unmittelbar vor dem Praktikum ist im besten Falle eine Zeit, in der sie sich emotional und mental auf das Praktikum vorbereiten. Umso mehr können und sollen Sie das E-Portfolio nutzen, um dieser Vorbereitungsphase ein Medium zu geben.

Einerseits können Sie Ihre aktuellen Gedanken in das Portfolio einfließen lassen: Worüber denken Sie unmittelbar vor dem Praktikum nach? Worauf freuen Sie sich am meisten? Bei welchen Tätigkeiten wissen Sie noch nicht, was Sie erwartet? Wie war unmittelbar vor dem Praktikum der erste Kontakt mit Ihrer/m Betreuer/in oder mit der Schulleitung?

Andererseits helfen Ihnen vielleicht die bisher erarbeiteten Portfolio-Inhalte, um sich auf das Praktikum vorzubereiten. Werden Sie bald das erste Mal vor einer Klasse stehen, ohne selbst Schülerin oder Schüler zu sein? Dann lohnt sich noch einmal der Blick auf die im Vorbereitungsseminar erarbeitete Liste der wichtigsten Regeln beim ersten Auftreten als Lehrkraft. Vielleicht fallen Ihnen kurz vor dem Praktikum, noch ein paar Lücken auf, die Sie jetzt ergänzen können.

Phase 3: Durchführung des Praktikums

Die Haupttätigkeiten: Hospitieren!

Vermutlich freuen Sie sich am meisten darauf, sich als Lehrkraft zu betätigen, also Unterricht durchzuführen. In den meisten Stunden, die Sie in der Schule verbringen, werden Sie – gerade zu Beginn – aber in einer anderen Rolle sein: Sie sollen in mehreren Hospitationen den Unterricht beobachten. Dabei geht es zunächst einmal darum, einen neuen Blickwinkel auf Unterricht zu erhalten, ohne in einer neuen Rolle Teil des Unterrichts zu sein. Im Idealfall bemerken Sie später, wie die Hospitationen Ihnen bei der Planung des eigenen Unterrichts helfen. Bis dahin heißt es: Beobachten und lernen!

Damit die Hospitationsziele erreicht werden, sollten Sie während der Hospitationen diese Zeit nutzen, um den Unterricht aus einer neuen Perspektive zu erleben. Viele der Aufgaben, die Sie im Portfolio bearbeiten müssen, dienen als Hinführung, den Unterricht auf einer Metaebene zu betrachten. Die beobachteten Unterrichtsstunden dienen daher häufig als Grundlage einer Aufgabenstellung, insbesondere der Fallanalysen. Damit Ihre Beobachtungen und Erkenntnisse während der Hospitationsstunden auch später noch nutzbar sind, müssen Sie sich vor allem Notizen machen.

Anfertigen sinnvoller Notizen

Notieren Sie sich alles:

  • Thema, Methode und Verlauf der Stunde
  • markante Zitate der Lehrkraft und der Schülerinnen und Schüler
  • Erkenntnisse, Gefühle und Gedanken, die Sie in verschiedenen Beobachtungssituationen haben
  • Überlegungen zum weiteren Verlauf Ihres Praktikums
  • explizite Ideen, wie Ihnen die beobachtete Stunde bei der Bearbeitung der Aufgaben helfen kann

Nutzung des Portfolios als Lerntagebuch

Im Sinne eines Prozessportfolios ist es, wenn Sie zumindest am Ende jeder Woche Ihre neuen Erkenntnisse zusammenfassen und so Ihren Lernzuwachs reflektieren. Wenn Sie beispielsweise nach bestimmten Unterrichtsbeobachtungen die Wahl Ihres Schwerpunktthemas fällen konnten, bietet es sich an, zeitnah einen Text darüber zu verfassen, wie Sie denn Ihren Schwerpunkt entwickeln konnten.

Hinweis zu den Pflichtaufgaben:

Es ist in den meisten Fällen nicht ratsam, die Portfolio-Aufgaben tatsächlich während der Durchführung zu bearbeiten. Nutzen Sie aber in dieser Zeit Ihr Portfolio wie ein Logbuch oder Tagebuch.! Sie werden bemerken, wie Ihnen die hier gemachten Gedanken später bei der Bearbeitung der Aufgaben helfen!

Eine Ausnahme stellt natürlich die Unterrichtsplanung dar – diese müssen Sie logischerweise als Vorbereitung auf den Unterricht auf jeden Fall als eine der geforderten Aufgaben während der Durchführungsphase erledigen und in der Regel der Veranstaltungsleitung vorher zugänglich machen. Später können Sie diese Planung dann aber um eine Reflexion des Stundenverlaufs ergänzen.

Zur Ablauf der Durchführungsphase

Weil in vielen Fällen die ersten Tage des Praktikums eine Eingewöhnungsphase darstellen und Sie erst im Laufe der Zeit eine Struktur erwerben können, mit der Sie sich in die Rolle des Hospitanten und der Lehrkraft einfinden, kann man die Durchführung des Praktikums in mindestens zwei Teilphasen trennen. Diese beiden Teilphasen gehen fließend ineinander über und können daher nur theoretisch getrennt werden. Da die Herausforderungen bei der Erstellung des Portfolios allerdings jeweils etwas andere sind und die Arbeiten am Portfolio in diesen beiden Teilphasen aufeinander aufbauen, wird hier die Durchführung in eine Kennlern- und eine Vertiefungsphase unterteilt.

Phase 3.1: Kennenlernen des Schulbetriebs

Ordnen der ersten Eindrücke

Im SPSI fallen Sie, falls Sie nicht vorher schon ein Praktikum an der Schule gemacht haben, zum ersten Mal in die Rolle der Lehrkraft. Natürlich kennen Sie Schule und Ihre Abläufe – aber eben nur aus der Sicht eines Schülers oder einer Schülerin. Keine Panik, wenn Sie die ersten Tage zunächst dazu nutzen müssen, sich ein wenig zu orientieren. Das ist völlig normal und auch Sinn und Zweck des SPSI.

In der ersten Zeit lernen Sie viele verschiedene Lehrkräfte und viele verschiedene Klassen kennen. Sie sammeln – obwohl Sie den Arbeitsraum Schule ja eigentlich aus der eigenen Schulzeit viele neue Eindrücke. Nutzen Sie also das Portfolio, um diese Eindrücke zu ordnen!

  • Beschreiben Sie Ihre Praktikumsschule und Ihren ersten Eindruck vom Kollegium.
  • Erläutern Sie, wie Ihre ersten Eindrücke „von der anderen Seite“ sind. Was ist anders, wenn man nicht mehr unter den Schülerinnen und Schülern sitzt, sondern vielleicht am Lehrerpult?
  • Was berichten vielleicht andere, die ebenfalls wie Sie ein Praktikum an der Schule absolvieren? Welche Erfahrungen haben Sie alle gemacht? Wo gibt es Unterschiede?
  • Welche Erfahrungen zu Beginn haben Sie überrascht? Warum?

Gerade in diesen ersten Tagen kann das Portfolio auch als eine Art Praktikumstagebuch fungieren. Sie hatten an einem Tag ein besonderes Erlebnis? Beschreiben Sie es ruhig in einem kleinen Text, den Sie dann in einer Ansicht hochladen. Sie haben sich für die kommende Woche ein Ziel gesetzt? Nennen Sie es im Portfolio und ergänzen Sie später, inwiefern es Ihnen gelungen ist, dieses Ziel zu erreichen?

Besonders gut kann durch die Nutzung des Portfolios als Lerntagebuch auch veranschaulicht werden, wie Sie Ihren Beobachtungsschwerpunkt entwickelt haben.

Finden eines Beobachtungsschwerpunktes

Nur in seltenen Fällen mussten Sie sich schon vor Beginn des Praktikums für einen bestimmten Beobachtungsschwerpunkt für Ihre Fallanalysen entscheiden. Ihnen werden häufig Anregungen mit auf den Weg gegeben und evtl. müssen Sie sich zwischen verschiedenen gegebenen Optionen entscheiden. Die Entscheidung können Sie in der Regel erst während der Durchführungsphase fällen. Wichtige Fragen sind dabei:

  • Welche Aspekte des von mir beobachteten Unterrichts fand ich besonders spannend oder bemerkenswert?
  • Gibt es pädagogische Themen, die bei gleich mehreren markanten Unterrichtsbeobachtungen eine wichtige Rolle gespielt hat?
  • Bei welchen beobachteten Situationen interessiert mich auch, was die pädagogische Theorie bzw. die Literatur dazu zu sagen hat?
  • Welche Aspekte, denen ich auf den Grund gehen möchte, eignen sich auch wirklich zu einer konkreten Fallanalyse?

Indem Sie diese Fragen immer und immer wieder einfließen lassen, können Sie auch Ihre Notizen auf bestimmte Themenfelder hin ausrichten. Zu Beginn werden Sie vielleicht noch relativ ungeordnete Notizen machen, in denen Sie möglichst viele Unterrichtsaspekte abdecken. Nach und nach können Sie aber auf bestimmte Aspekte genauer schauen. Ihre Notizen sind dann nicht mehr so ausschweifend, sondern zielgerichteter und präziser.

Phase 3.2: Vertieftes Reflektieren der Unterrichtsbeobachtungen und -durchführungen

Erstellung der ersten Unterrichtsplanungen

Die vielleicht wichtigste Textsorte, die Sie während der SPS-Veranstaltung kennenlernen, ist die Unterrichtsplanung. Immerhin wird es später zum Berufsalltag gehören, Unterrichtsstunden begründet und prinzipiengeleitet zu planen und durchzuführen. Die wichtigsten Inhalte eines Unterrichtsentwurfs wurden bereits in der Ansicht „Basiswissens“ genannt. Insgesamt durchlebt aber auch eine Unterrichtsplanung mehrere Phasen, die Schritt für Schritt anzugehen sind:

Orientierung

  • Besuchen Sie möglichst viele Klassen und Lehrkräfte, damit Sie sich geeignete Klassen für Ihre ersten Unterrichtserfahrungen aussuchen können.
  • Fragen Sie die Lehrkräfte möglichst früh, ob Sie bei Ihnen Unterrichtsstunden halten dürfen. Besonders zuvorkommende Lehrkräfte werden vielleicht auch auf Sie zukommen, doch es gibt immer viele gute Gründe, warum Sie keinen Unterricht in einer bestimmten Klasse halten dürfen, z. B. weil in wenigen Tagen eine wichtige Prüfung ansteht o. ä.
  • In der Regel werden Sie im SPS auch bei mindestens einer Unterrichtsstunde von der Seminarleitung besucht. Das Datum dieses Besuchs wird Ihnen zumeist vor oder unmittelbar nach Beginn des Praktikums mitgeteilt. Sorgen Sie sich bitte frühzeitig darum, dass Sie zu diesem Zeitpunkt auch wirklich eine Stunde halten dürfen.

Planung:

  • Bringen Sie möglichst viel über die Klasse, bei der Sie eine Unterrichtsstunde halten dürfen, in Erfahrung. Gibt es z. B. bestimmte Schülerinnen und Schüler, auf die Sie besonders achten müssen? (z. B. Hochbegabte o. ä.)
  • Lesen Sie sich auch in das aktuelle Unterrichtsthema ein, um geeignete Unterrichtsideen entwickeln zu können.
  • Sichten Sie Material, wie z. B. nützliche Arbeitsblätter! Ist für Ihren geplanten Physik-Versuch auch alles Notwendige in der Sammlung verfügbar?
  • Betrachten Sie den Raum, in dem Sie die Unterrichtsstunde halten: Welche Möglichkeiten bietet er? Welche Medien sind enthalten? Kann man die Tische wirklich zu Gruppentischen schieben?
  • Erstellen Sie vorab schon eine Verlaufstabelle. Diese kann später noch einmal präzisiert und ergänzt werden.

Wichtig: Beraten Sie sich ruhig mit der Lehrkraft, bei der Sie den Unterricht durchführen dürfen!

Ausarbeitung des Planungstextes:

  • Häufig hilft es, zunächst mit der Formulierung des Lernziels und der Verlaufstabelle zu beginnen. Später dienen Ihnen diese beiden Textteile dabei, einen roten Faden für den weiteren Fließtext zu finden.
  • Meist wird Ihnen im Seminar eine MindMap oder eine Liste mit den wichtigsten Inhalten eines Unterrichtsentwurfs mitgegeben. Machen Sie sich ruhig vorab Notizen zu den einzelnen Aspekten.
  • Achten Sie bei der Formulierung des Fließtextes darauf, dass die einzelnen Informationen nicht lose aufgeführt werden, sondern dass daraus ein stimmiges Gesamtkonzept für Ihre Unterrichtsstunde entsteht.

Überarbeitung:

  • Gehen Sie anhand der Beschreibungen im Unterrichtsentwurf den Verlauf der Stunde noch einmal durch: Passen Methodik und Lernziel zusammen? Haben Sie alle wichtigen Eventualitäten bedacht?
  • Lassen Sie den Unterrichtsentwurf auch noch einmal auf Rechtschreibung und Grammatik Korrekturlesen! Beliebt sind auch Tippfehler in der Verlaufstabelle.

Zur Reflexion der Unterrichtsstunden

Dass die Reflexion Ihrer Erfahrungen einen zentralen Punkt Ihres Portfolios ausmachen sollte, wurde nun bereits mehrfach erläutert. Da die eigenen Unterrichtsstunden Ihrerseits die zentralen Erfahrungen der Durchführungsphase und der Veranstaltung insgesamt darstellen, sollte die Reflexion dieser Stunden besonders viel Platz im Portfolio erhalten.

Insbesondere nach der Durchführung der beobachteten Unterrichtsstunde werden Sie meist auch dazu angehalten, eine kleine Reflexion zu schreiben und den Unterrichtsentwurf um diese zu ergänzen. Wichtige Leitfragen sind dabei:

  • Würde man die Stunde wieder so planen, wie man es getan hat? Warum, warum nicht?
  • Welche Aspekte der Durchführung waren besonders gelungen?
  • Welche Alternativen hätte es noch gegeben?

Wichtig ist, dass Sie sich ausreichend Zeit für diese Reflexion nehmen. Notieren Sie Ihre Gedanken möglichst auch mit etwas Abstand zur Unterrichtsstunde! Es hat sich bewährt, eine solche Reflexion jeweils am Abend nach der Durchführung zu formulieren.

Bearbeitung des pädagogischen Schwerpunktes

Nach der Orientierung, welche Beobachtungsschwerpunkte spannend sind, muss nun einerseits ein Beobachtungsschwerpunkt gefunden, andererseits dieser Schwerpunkt auch umgesetzt werden.

Da das Finden eines Beobachtungsschwerpunktes eine ähnliche Aufgabe darstellt wie das Finden eines Themas für eine Hausarbeit, sei an dieser Stelle auf das OWL-Modul „Kreativitätstechniken“ verwiesen. In diesem werden verschiedene Techniken der Themen- und Schwerpunktauswahl dargestellt (z. B. MindMaps u. ä.).

Haben Sie sich für ein oder zwei mögliche Schwerpunkte entschieden, können Sie Ihre Notizen nun nach und nach auf diese ausrichten. Hier ein paar Tipps und Tricks dazu:

  • Überlegen Sie sich ein geeignetes Notationssystem, mit dem Sie die wichtigsten Inhalte schnell aus Ihren Notizen entnehmen können, z. B. durch eine eigene Markierung der Notizen, die explizit zu Ihrem Schwerpunkt gehören.
  • Überlegen Sie sich, welche Informationen Sie auf jeden Fall notieren müssen. Beim Thema „Hausaufgaben“ beispielsweise wird häufig verlangt, dass Sie in den meisten beobachteten Stunden genau notiert haben, wie lange im Unterricht über Hausaufgaben gesprochen wurde, wann sie vergeben wurden usw.
  • Häufig werden Ihnen im Vorbereitungsseminar Möglichkeiten oder besondere Protokollformen gezeigt, mit denen sich bestimmte Schwerpunkte möglichst genau bearbeiten lassen.

Aufpassen: Zum wissenschaftlich korrekten Arbeiten, das von Ihnen erwartet wird, gehört auch eine präzise und kontinuierliche Methode der Beobachtung von Unterrichtsaspekten, die zu dem von Ihnen gewählten Themenschwerpunkt gehören.

Phase 4: Nachträgliche Reflexion des Praktikums

Sichten und Ordnen des Materials

Im Idealfall haben Sie nun also während der Durchführung möglichst viele Notizen gemacht. Auch wenn Sie diese einigermaßen übersichtlich gestaltet haben, gilt es nun aber, noch einmal einen Überblick über das gesammelte Material zu erhalten. Ordnen Sie das Material auch (z. B. chronologisch oder nach Verwendbarkeit für verschiedene Aufgaben).

Reflexion der eigenen Erfahrungen

Unmittelbar nach dem Praktikum werden Ihre Reflexionen auch emotional gefärbt sein – das ist aber völlig okay! Sie sind froh um die Erfahrung und glücklich mit Ihrem Einstand? Schreiben Sie das ruhig auf! Vergessen Sie aber auch hier nicht: Zur angemessenen Reflexion gehört auch ein abwägendes Beschreiben.

Portfolio-Aufgaben

Der nächste Schritt wird nun das Nachbereitungsseminar sein. Auch die endgültige Bearbeitung der letzten Portfolio-Aufgaben liegt nun vor Ihnen. Wenn Sie bis dato keine Zeit dafür finden konnten, beginnen Sie ruhig hier schon mit der Literatursichtung für die Fallanalysen.

Da die Recherche für Fallanalysen dem generellen Umgang mit Literatur in universitären Texten ähnelt, sei hier auf das OWL-Modul „Literaturrecherche“ verwiesen. Speziell für Fallanalysen seien hier aber noch ein paar Leitfragen genannt, die während der Rezeption der Literatur als Hintergrundideen genutzt werden können:

  • In welchen Textpassagen und theoretischen Beschreibungen erkenne ich konkrete Situationen aus meinen Unterrichtsbeobachtungen wieder?
  • Welchen Empfehlungen der Literatur wurde in dem von mir beobachteten Unterricht (nicht) entsprochen?
  • Wie hätte sich eine Lehrkraft laut Literatur in welcher Situation anders verhalten können bzw. müssen?
  • Bietet die Literatur auch Analyseraster, die mir helfen, die beobachtete Situation besser einordnen zu können?

Anhand dieser Fragen wird deutlich, warum es sinnvoll ist, mit der Literaturrecherche für die Fallanalysen schon relativ kurzfristig nach der Durchführung zu beginnen: Hier sind Ihre Erinnerungen noch frisch! Auch die Fallbeschreibungen können in dieser Phase bereits geschrieben werden! Ob Sie bereits eine komplette Rohfassung der Fallanalysen schreiben möchten, um diese dann um die Erkenntnisse aus dem Nachbereitungsseminar zu ergänzen, liegt bei Ihnen.

Phase 5: Nachbereitungsseminar

Typische Aufgaben in dieser Phase

Auch zum Nachbereitungsseminar gehören wieder einige typische Aufgaben. Diese umfassen:

  • Präsentation eines bestimmten Themenfeldes im Seminar, das dann auch im Portfolio eingearbeitet werden soll
  • eine in die Zukunft gerichtete Reflexion, z. B. Welche schulpädagogischen Themenfelder möchte man im weiteren Studium, insbesondere im Nachbereitungsseminar vertiefen?
  • Überarbeitungen und Revisionen von im Vorbereitungsseminar formulierten Texten anhand der Erkenntnisse, die man im Praktikum oder bei der Literaturrecherche erworben hat

Revisionen/Ergänzungen bereits verfasster Texte

Hier gilt es, noch einmal Ihre früheren Texte zu sichten und mit Ihrem Praktikum in Verbindung zu bringen, z. B.:

  • Hat sich mein Bild einer guten Lehrkraft dadurch gewandelt, dass ich Lehrkräften in der Praxis zugesehen habe? Gibt es hier beispielsweise Aspekte (Zeitmanagement auch nach dem Unterricht, Unterrichtsvorbereitung…), die ich vorher noch nicht bedacht hatte?
  • Wie hat sich auch mein eigenes Selbstbild durch die Praktikumserfahrung gewandelt? Konnte ich doch mehr, als ich mir vorher zugetraut habe?
  • Wie hat sich generell mein Blick auf das Arbeitsfeld Schule durch das Praktikum gewandelt?

Insbesondere die Portfolio-Arbeit bietet mehrere Möglichkeiten, solche Ergänzungen in die eigenen Texte einzubauen:

  • Viele Portfolio-Plattformen bieten die Möglichkeit, zu einzelnen Ansichten oder Texten Kommentare zu verfassen. Auch kann man selbst Kommentare zu Textteilen verfassen. Die um die eigenen Gedanken ergänzt werden.
  • Sie können gerade bei E-Portfolios verschiedene Texte auch optisch nah beieinander platzieren oder über Links miteinander verknüpfen. So können Texte mit inhaltlichen Ähnlichkeiten, die aber zu verschiedenen Zeitpunkten geschrieben wurden, enger verbunden werden.
  • Auch die bisher beschriebenen Texte können ergänzt und die nachträglichen Ergänzungen farbig markiert oder kursiv gesetzt werden. In diesem Fall muss aber eine Legende erstellt werden, die erklärt, welche Farben (oder Markierungen) auf welchen Entstehungszeitraum hinweisen.

Phase 6: Reflexion der Gesamtveranstaltung

Überarbeiten der bisherigen Texte

Gegen Ende gilt es erneut, das Portfolio noch einmal zu sichten und letzte Ergänzungen vorzunehmen. Vergessen Sie nicht, eine Rechtschreib- und Grammatikkorrektur durchzuführen bzw. durchführen zu lassen!

Fazit

Ganz am Ende können Sie noch einmal ein persönliches Fazit zu der Veranstaltung ziehen. Immerhin handelt es sich bei den SPS um die vielleicht wichtigsten universitären Veranstaltungen Ihrer gesamten Ausbildung! Beachten Sie hier auch die Hinweise im OWL-Modul „Schlussteile schreiben“.