Sprache und Stil

Arbeiten mit Quellen in der Geschichtswissenschaft

Sprache und Stil

Der erste Abschnitt wird sich mit der Sprache und dem Stil in der Quelle beschäftigen. Das heißt, auf welche verschiedenen Variationen von Sprachen und Stil Sie treffen können und wie Sie am besten damit umgehen.

Der zweite Abschnitt wird Tipps zur Beschreibung von Quellen, sowie einige geläufige, hilfreiche Satzkonstruktionen, geben und richtet sich daher vor allem an ausländische Studierende.

Sprache in der Quelle

Sie werden mit Quellen arbeiten, die aus den verschiedensten Epochen stammen. Diese unterscheiden sich durch Sprache und Stil teilweise stark voneinander.

Lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Wenn Sie den Text beim ersten Lesen nicht verstanden haben, hilft es oft, einen zweiten und dritten Versuch zu starten. Häufig erschließt sich einem dann der Text. Ein Lexikon oder Wörterbuch kann Ihnen im Anschluss immer noch weiterhelfen.

Bei Grabsteinen, Bildern oder Inschriften hilft es, wenn Sie sich in das Gedächtnis rufen, was die Hersteller/innen eigentlich erreichen wollten. Häufig sollen gewisse Taten, Eigenschaften oder Ereignisse überliefert werden. Leider ist es hier nötig, bereits zu interpretieren.

Sollten Sie eine fremdsprachliche Quelle finden, so verzweifeln Sie nicht. Oft genug gibt es eine gute Übersetzung, die Sie im Internet oder in der Bibliothek finden können. Geben Sie sich nicht mit einer Übersetzung zufrieden, sondern greifen Sie, wenn möglich, auf verschiedene Übersetzungen zurück.

Sollte Sie das nicht weiterbringen, so fragen Sie doch einfach bei Ihren Kommilitonen/innen, ob Ihnen jemand helfen kann oder mit dieser Quelle schon gearbeitet hat.

Ihr/Ihre Dozent/in können Sie natürlich auch um Hilfe bitten. Meist kennen diese sogar die Quelle, mit der Sie arbeiten, und können Ihnen noch weitere Tipps und Literaturhinweise liefern.

Auf gar keinen Fall sollten Sie auf Internetseiten mit sogenannten „Übersetzungsprogrammen“ arbeiten, da diese oft fehlerhaft sind. Ebenso wäre es überzogen, auf einen bezahlten Übersetzer zurückzugreifen. Vielleicht gibt es einen Muttersprachler in ihrem Bekanntenkreis oder unter Ihren Kommilitonen, der/die Ihnen helfen kann.

Wenn Sie an diesem Punkt angekommen sein sollten und keine Hilfe finden, dann suchen Sie sich lieber eine neue Quelle. Immerhin sind Sie Student oder Studentin und kein ausgebildeter Übersetzer und Quellenkundler.

Sprache bei der Analyse

Hier finden Sie einige Tipps zum Beschreiben von Quellen.

Sie sollten jedoch beachten, dass es Unterschiede zwischen schriftlichen und bildlichen Quellen gibt. Bei beiden Quellenarten ist extrem wichtig, dass Sie dem/der späteren Leser/in deutlich machen, von welcher Stelle Sie überhaupt sprechen. Es bringt Ihnen nichts, wenn Sie eine gute Interpretation abliefern, der/die Leser/in aber später nicht folgen kann, da Sie beispielsweise die Zeile/den Bildabschnitt usw. nicht erwähnen. Um dies zu vermeiden, können Sie auf folgende Konstruktionen zurückgreifen.

Zunächst zu den schriftlichen Quellen:

Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich auf einen Text bzw. einen Auszug zu beziehen.

Am Anfang sollten Sie in jedem Fall die Zeilen durchnummerieren, um sich die Arbeit zu erleichtern. Wenn Sie dann auf eine bestimmte Stelle hinweisen möchten, können Sie das auf zwei Wegen erreichen.

Zum einen können Sie schreiben:

  • „Wie der/die Verfasser/in in der Zeile … (Zeilennummer) schreibt….„
  • „In der Zeile …(Zeilennummer) geht der/die Verfasser/in genauer auf … ein.“

Hierbei müssen Sie aber auch deutlich machen, auf welche Quelle Sie sich beziehen, falls Sie mehrere Quellen verwenden.

Eine andere Möglichkeit ist der indirekte Bezug:

  • „Der/Die Verfasser/in sagt, dass …“ (am Ende des Satzes in Klammern: Zeilenangabe, Quellenangabe).
  • „Der Autor beschreibt …„ (am Ende des Satzes in Klammern: Zeilenangabe, Quellenangabe).

Eine gute Formulierung wäre auch:

  • „Der/die Verfasser/in beschreibt in seiner/ihrer Quelle … (Name der Quelle/Titel des Textes), in der Zeile … (Zeilennummer), folgendes…“

Auf jeden Fall sollten Sie möglichst unterschiedliche Konstruktionen kombinieren, um Abwechslung in Ihren Text zu bringen.

Bei bildlichen Quellen können Sie einen einfachen Trick anwenden. Markieren Sie die wichtigsten Stellen im Bild und nummerieren Sie diese durch. Sie müssen bei dieser Methode aber das Bild mit den Markierungen später Ihrem Text hinzufügen.

Nun können Sie einfach schreiben:

  • „Bei 1 ist … zu erkennen.“
  • „An der Stelle 1 zeigt der/die Künstler/in, folgendes…“

Mit dieser Methode ersparen Sie sich eine detaillierte Beschreibung von der bearbeiteten Stelle im Bild.

Auch hierbei gilt es, möglichst verschiedene Formulierungen zu verbinden, damit Ihr Text nicht zu eintönig wird.

Besonders wichtig ist aber, dass Sie ihre Quelle immer als Anhang beilegen. Bei schriftlichen Quellen ohne Zeilenangaben sollten Sie die Zeilen durchnummerieren, um dem/der späteren Leser/in die Suche zu erleichtern.

Tipp:

Achten Sie bei der Wiedergabe von Quellen immer darauf, deutlich zu machen, dass Sie die Quelle zitieren oder deren Inhalt wiedergeben. Das kann entweder mit den obengenannten Formulierungen geschehen oder mit Hilfe des Konjunktivs („Er behauptet, er hätte den König persönlich getroffen.“).